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Dom zu St. Jakob (Türme)

Der Dom zu

St. Jakob in Innsbruck




Engel - geflügelte Himmelsboten


Putti (Kinderengel) in der Pfarrkirche GschnitzIn der Kunst unterscheidet man zwischen den kleinen Kinderengeln (Einzahl Putto, Mehrzahl Putti) und den großen Engeln. Engel sind unsichtbar vorhanden und tragen unsere Gebete und Anliegen zu den Heiligen bzw. zu Gott.


Das geflügelte Kleinkind, das vor allem in der Kunst der Renaissance und des Barock zu finden ist, hat seine Ursprünge in der griechischen und römischen Antike. Dort gab es die Eroten, geflügelte Geister, Götterboten, die einen Menschen durch sein Leben begleiteten. Das Wort Eroten leitet sich von Eros, dem Gott der Liebe, her. Es besteht aber auch die Bezeichnung Cupidos. Schon in der Antike wurde Eros (Cupidos) kindlich dargestellt. Diese Form wurde von den Römern übernommen als eine Art Geist, der die Seele eines Menschen während seines Lebens beschützte und dann schließlich in den Himmel geleitete. Das frühe Christentum übernahm dieses heidnische Motiv für die Darstellung von Engeln.


Vorbild für die große Engelsdarstellung war die geflügelte römische Siegesgöttin Viktoria.


Engel (Karlskirche Volders)Gerade bei den Putti finden sich oft verschiedenste Formen: Kinderengel mit oder ohne Flügel, nur Kinderköpfe mit oder ohne Flügel, Putti können nackt sein, lachen, weinen, spielen, übermütig und schelmisch auftreten. Sie können fliegen, sitzen, rutschen, liegen, knien, kauern etc. Diesbezüglich gibt es mannigfaltige Darstellungen in den Kirchen zu entdecken. Heiligenfiguren sind grundsätzlich in strenger Haltung abgebildet, während der Künstler bei den Putti ziemlich viel Freiheit hatte und sich ausleben konnte. Hier zeigt sich auch oft das Können eines Künstlers. Die Engel sind meist auch in prächtigen Farben dargestellt.


Putti und Engel sind ein fester Bestandteil der Tiroler Barock- und Rokokokirchen, die großteils von Süddeutschland beeinflusst sind.